Presseartikel über die August-Schlicker-Riege in der WP am 14. März 2019

Von Wolfgang Becker

Arnsberg. Als Mitglieder des Turnvereins „Jahn“ am 7. Oktober 1924 eine „Alters und Gesundheitsriege“ gründeten, dachte niemand daran, dass 95 Jahre später die Idee, Turnbrüdern, die den Anforderungen des Leistungssports entwachsen waren, eine Möglichkeit zu geben, weiter am Vereinsleben teilhaben zu können, zum Erfolgsrezept werden sollte. Die 1955 in „August-Schlicker-Riege“ umbenannte Gruppe besteht derzeit aus 83 Mitgliedern, der älteste Turner ist 87 Jahre alt, fünf weitere feiern in diesem Jahr ihren 85. Geburtstag. Das Bild der Riege habe sich mit der Zeit gewandelt, sagt Bernd Schenk vom TV-Arnsberg bei einem Übungsabend in der in zwei Bereiche abgeteilten Sporthalle an der Sauerstraße: „Altersgerechtes Training wie Festigung der Bänder, Übungen für den Rücken und Kräftigung der Beinmuskulatur stehen im Vordergrund“. Warum eine abgeteilte Halle? „An den Übungsabenden wird immer in zwei Gruppen geturnt“, erklärt Altersturnwart Friedhelm Walter. Da seien zum einen die Leistungsstärkeren, die Übungen an einzelnen Stationen absolvieren, ähnlich wie beim Zirkeltraining. Denn neben dem klassischen Turnen an Barren und Reck stünden heute Bewegungs- und Koordinationstraining im Vordergrund. Aber auch Kraftübungen spielten eine wichtige Rolle: „Wer möchte und sich fit genug fühlt, kann auch in der hauseigenen Mucki-Bude trainieren“. Wer aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten muss, ist nebenan bei Andrea Drees gut aufgehoben. Die TV-Jugendwartin trainiert vor allem den Gleichgewichtssinn hinzukommen leichte Dehnübungen.

Die August-Schlicker-Riege im Febr. 2019 an einem Trainingsabend

Die August Schlicker Riege habe zwar keine Nachwuchssorgen, aber, so Friedhelm Walter, ein Altersproblem. „Um auf lange Sicht bestehen zu können, brauchen wir einiges an jüngeren Turnern“. Denn die Zahlen sprächen für sich, wie Klaus Hoch betont: „Das Durchschnittsalter vor 30 Jahren betrug 40 bis 60, heute sind wir bei 60 bis 80“. Nachwuchs soll aus den REHA-Gruppen des TVA rekrutiert werden. „Wenn die REHA-Maßnahme endet und die Krankenkasse nicht mehr zahlt, können die Leute zu uns wechseln“, würde sich Friedhelm Walter über viele neue „Schlickerianer“ freuen, denn jeder könne mitmachen, so der Altersturnwart und ergänzt: „Bewegen heißt leben“.

Neben den sportlichen Aktivitäten kommt bei der „August-Schlicker-Riege“ auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Sommerfest, Nikolausfeier und Winterwanderung sind fester Bestndteil im Kalender. In diesem Jahr führt die Sommertour durchs Münsterland. Ein alter Brauch bei den Turnern ist die Verkostung des legendären „Nikolaschka“ (s. Info-Box). Natürlich nur zu besonderen Anlässen und in begrenzter Menge wird dieses „Heilmittel“ getrunken, denn in einer extra für dieses Zeremoniell geschriebenen Strophe des Riegenliedes heißt es zum „Nikolaschka“: „Zwei sind unser Ziel, drei ist einer Zuviel“.

Die „August-Schlicker-Riege“ trifft sich freitags von 19.45 Uhr bis 20.45 Uhr in der oberen Sporthalle an der Sauerstraße. „Riegenpräsident“ Friedhelm Walter, wie der Altersturnwart freundschaftlich genannt wird, ist Ansprechpartner für Interessierte. Also einfach mal vorbeischauen. Drei „Schnupperabende“ sind übrigens kostenfrei, danach kann der neue Turnbruder entscheiden, ob er dem TV-Arnsberg beitreten will. Mit diesem Beitritt sind dann auch Aktivitäten in vielen anderen Abteilungen des Vereins inbegriffen.

Nikolaschka

Der „Nikolaschka“ hat seinen Ursprung in Nikolaiken (Mikołajki), dem heute beliebtesten Urlaubsort Polens und ist ein altes ostpreußisches Rezept.

Klarer Korn mit Bonekamp, auf das Schnapsglas wird eine Zitronenscheibe gelegt, den Durchmesser legt der jeweilige Wirt fest. Darauf kommt gemahlener Bohnenkaffee und weißer Zucker.


Anmerkung des Übungsleiters Bernd Schenk: Die Begrifflichkeit Turnen in dem Presseartikel ist historisch begründet. Geturnt an Geräten wird nicht mehr, vielmehr besteht das Training aus altersgerechten Übungen mit den Schwerpunkten Kräftigung der Bein- und Rückenmuskulatur sowie der Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts.

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