Anderen Menschen Zeit schenken in der Corona-Krise

Die engagierte und vielfältig ehrenamtlich tätige Arnsbergerin Marita Gerwin, vielen bekannt aus der Fachstelle „Zukunft Alter“ der Stadt Arnsberg und bald selbst im Ruhestand, hat vor dem Hintergrund der Corona-Krise einen Aufruf gestartet. Hierbei geht es darum, anderen Menschen, besonders Einsamen und Alten, in Zeiten der fehlenden persönlichen Kontakte etwas Zeit zu schenken. Nachfolgend ihr Aufruf:

Ich habe mir vorgenommen, täglich 3 Menschen anzurufen, Zeit zu schenken und einfach ein wenig mit ihnen zu plaudern. Gestern habe ich beispielsweise mit einem 99-jährigen Mann telefoniert,  der allein in seinem Haus in Arnsberg lebt. Er hat sich sehr gefreut über das Gesprächsangebot. Wir haben geplaudert über Gott und die Welt, über den Milan, der gerade über seinen Garten kreist, über die Stille in der Nachbarschaft, über die leeren Spielplätze und über die Liebe zu seiner verstorbene Frau. Im Laufe unseres Gespräches hat er mir ein Frühlingslied  vorgesungen, wir haben beide den Refrain „geträllert“ und herzlich darüber gelacht.  Ich habe ihm erzählt, wie es mir geht, wie ich durch diese Zeit „stolpere“. Wir haben gelacht über die Hamsterkäufe für Toilettenpapier und uns humorvoll die Frage gestellt: „Was will man mit 8 Familienpackungen Toilettenpapier?“ Es hat uns beiden gut getan zu plaudern.  Wir haben uns für heute wieder verabredet zum nächsten Telefonat. Beide freuen wir uns darauf.

Ich schildere Euch dieses, um Mut zu machen, einfach mal den Hörer in die Hand zu nehmen, um einen anderen Menschen anzurufen – Zeit um Glücksmomente zu verschenken  – das wichtigste Gut im Augenblick. Natürlich können wir nicht die Welt retten, aber einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Zeit der Distanz erträglicher wird.

Macht Ihr mit? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Der TV Arnsberg glaubt, dass solch kleine Gesten unserer Gesellschaft etwas mehr Menschlichkeit geben und ruft dazu auf, dem Beispiel von Marita Gerwin zu folgen.

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