Rhönradturnen
Das Rhönrad wurde bereits 1925 von Otto Feick in der bayerischen Rhön als “Reifen-, Turn- und Sportgerät“ zum Patent angemeldet, nachdem er es mehrere Jahre lang entwickelt hatte. Seit 1926 ist der Name „Rhönrad“ geschützt.
Als Demonstrationsdisziplin wurde das Rhönrad bei den Olympischen Spielen 1936 vorgeführt.
Der Internationale Verband gründete sich erst wesentlich später. 1995 wurde er gegründet und gleichzeitig die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Seitdem finden sie alle zwei Jahre statt.
Die Rhönrad-Abteilung des TV Arnsberg gilt seit Jahren als Hochburg.
Die Rhönrad-Weltmeisterschaften 2011 werden in Arnsberg stattfinden.

Das hat der Internationale Rhönrad Verband (IRV) am 19.05.2009 abends auf seiner Generalversammlung in der Schweiz beschlossen.
Die WM in Arnsberg wird neunte Ausrichtung einer Rhönrad-WM sein. Deutschland gilt im Rhönradturnen als eine internationale Hochburg.
Um die Ausrichtung der Veranstaltung hatte sich der TV Arnsberg 1861 e.V. beworben, der 2011 sein 150jähriges Jubiläum feiern wird. Die Weltmeisterschaften werden in zwei Jahren Anfang Juni für fünf Tage in der Arnsberger Rundturnhalle ausgetragen werden. Für die Stadt Arnsberg ist es das erste Mal, dass sie eine Weltmeisterschaft ausrichten darf.
Hier kann man sich den Bewerbungsfilm ansehen.
Hier geht es zum Internationalen Rhönrad Verband IRV
Hier geht es zur Rhönradseite des Deutschen Turnerbundes (DTB)
Hier geht es zur Rhönradseite der WM 2009 in Baar.
Hier zur Wheel-Gym Seite
DIE GESCHICHTE DES RHÖNRADTURNENS
Die Anfänge
Während der Besetzung des Ruhrgebietes nach dem 1. Weltkrieg kam der Pfälzer Otto Feick, ein Eisenbahner, in Gefangenschaft. Inspiriert durch ein Kindheitserlebnis, indem er in zusammengebundenen Faßreifen einen Hügel hinunterrollte, plante er noch im Gefängnis, aus diesem Kindertraum ein Turngerät zu entwickeln. Nach seiner Haft zog er in die Heimat seiner Frau, nach Schönau a.d. Brend in der Rhön wo er eine Metallverarbeitungswerkstatt eröffnete. Dort entwickelte er 1925 das Turnrad, das er aus Dank an seine neue Heimat Rhönrad nannte. Noch im gleichen Jahr meldete er das Rhönrad zum Patent an und ließ es in 30 Staaten schützen. Mit einer kleinen Gruppe von Turnerinnen und Turner stellte er Anfang 1926 das Rhönrad in der Deutschen Hochschule für Leibesübungen im Sportforum Berlin vor.
Kurz darauf kam es bereits zu ersten internationalen Auftritten in England, Frankreich und den USA. Das erste internationale Turnier fand 1930 in Bad Kissingen statt, und legte die Grundlage für kommende internationale Wettbewerbe im Rhönradturnen. Höhepunkt der Entwicklung des Rhönradturnens war die Teilnahme einer Gruppe von 120 Turnerinnen und Turnern an der Eröffnungsgala der Olympischen Spiele 1932 in München. Durch den 2. Weltkrieg kam das Rhönradturnen vollkommen zum Erliegen. Damit endete der erste Abschnitt einer neuen Sportart. Der Wiederbeginn
Der Beginn des zweiten Abschnittes setzte mit dem langsamen und schwierigen Aufbau nach dem 2. Weltkrieg ein und fand mit der Präsentation als Wettbewerb beim Deutschen Turnfest 1958 in München und 1959 mit der Aufnahme als Turnsportart in den Deutschen Turnerbund eine neue Basis. 1960 fanden die 1. Deutschen Meisterschaften in Hannover statt, auf die in den kommenden Jahrzehnten der Wettkampfbetrieb in Deutschland auf alle Startklassen des Turnens ausgebaut werden konnte.
Die Verbreitung des Rhönradturnens erfolgte sehr langsam aber dafür stetig. International wurden die Gymnaestraden 1982 in Zürich, Schweiz sowie 1987 in Herning, Dänemark zur Basis für die internationale Rhönradarbeit. Die DTB Schauturngruppe Rhönrad erregte mit ihren modernen Choreographien sehr viel Aufsehen und Interesse an dieser alten/neuen Sportart, so daß Kontakte nach Israel, Japan und sehr vielen europäischen Ländern 1990 zur Austragung des 1. Europacup im Rhönradturnen in Taunusstein führten.
1992 wurde bereits die erste Europameisterschaft im Rhönradturnen in Liestal (Basel) in der Schweiz ausgetragen. Nach der Gründung des Internationalen Rhönradverbandes (IRV) 1995 wurden die 1. Weltmeisterschaften in Den Helder, Niederlande ausgetragen. Seitdem organisiert der IRV alle zwei Jahre Weltmeisterschaften und im Zwischenjahr einen Internationalen Lehrgang - zuletzt im Jahr 2006 in Chicago, Illinois, USA.
2001 startete der Internationale Rhönradturn-Verband eine Öffentlichkeitsoffensive und begann die Kooperation mit dem Europäischen Online Service GYMmedia Berlin unter “Wheel Gymnastics“, der nunmehr im Rahmen aller Gymnastikdisziplinen Bericht erstattet. Im gleichen Jahr wurden die 4.Weltmeisterschaften im Mai 2001 in Liestal / Schweiz ausgetragen. Es folgten 2003 die Weltmeisterschaften in Lillehammer, Norwegen; 2005 in Aachen/Bütgenbach, Deutschland/Belgien, 2007 in Salzburg, Österreich, 2009 in Baar, Schweiz.
Die Disziplinen
Geradeturnen
Das Rhönrad bewegt sich rollend auf beiden Reifen. Der Turner befindet sich dabei im Rad und bestimmt durch Körperverlagerung die Bewegungsrichtung. Beim Geradeturnen unterscheidet man zwischen zentralen und dezentralen Übungen. Bei den zentralen Elementen befindet sich der Turner überwiegend im Radmittelpunkt, während er sich bei den dezentralen Elementen überwiegend außerhalb des Radzentrums befindet, wodurch eine besondere Schwungwirkung erzielt wird. Bei dieser Disziplin unterscheidet man zwischen A-, B-, C- und D-Teilen (Höchstschwierigkeitsteile), die innerhalb einer vorgeschriebenen Anzahl von Bahnen (eine Bahn entspricht drei Radumdrehungen) geturnt werden müssen. Beim Geradeturnen mit Musik versuchen die Turner, die Musik durch ihre Bewegungen zu interpretieren. Daher werden die Ausführungs- und Haltungsvorschriften des “traditionellen” Geradeturnens variiert: Die Körperhaltung (Arme, Beine, …) ist weitgehend freigestellt, Radstillstand und Zwischenschwünge sind erlaubt, die Anzahl der Bahnen ist nicht beschränkt. Der Aktive kann seine Kür in Harmonie zur Musik weitgehend frei “gestalten”. Die Fläche beim Geradeturnen ist 3m x 23m (plus Sicherheitszone) groß.
Spiraleturnen
Beim Spiraleturnen bewegt sich das Rhönrad kreisförmig auf einem Reifen. Durch entsprechende Körperverlagerung hält der Turner das Rad auf der Kreisbahn und führt dabei verschiedene Übungen aus, die in einem Schwierigkeitskatalog in A-, B-, C- und D-Teile eingeteilt sind. Man unterscheidet zwischen der “Grossen Spirale”, bei der der Neigungswinkel des Rhönrades über 60° liegen muß, und der “Kleinen Spirale”, bei der der Neigungswinkel des Rades unter 30° liegen muß. Beide Spiralearten sind in den Übungen vorgeschrieben. Die Fläche beim Spiraleturnen ist 13m x 13m (plus Sicherheitszone) groß.
Sprung
Beim Sprung setzt der Turner das Rad von außen in Bewegung. Nach einem schnellen Anlauf und dynamischen Absprung gelangt der Turner auf das Rhönrad und erreicht durch kräftigen Abdruck bzw. Absprung eine Flugphase, um am Ende sicher auf der Matte zu landen. Man unterscheidet verschiedene Sprungarten (Salti, Überschläge, …), die entsprechend ihrer Schwierigkeit eine unterschiedliche Höchstnote haben.
Während auf nationaler Ebene (noch) nur die männlichen Wettkämpfer den Sprung im Wettkampfprogramm haben, ist auf internationaler Ebene der Sprung auch für die Rhönradturnerinnen vorgeschrieben.
* Quelle: Programmheft zu den “39. Deutschen Meisterschaften 2000 in Schönau a. d. Brend”sowie http://www.rhoenrad.de

neueste Kommtentare